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Welche ISO-Wert – Belichtungszeit Kombination?

Ich fotografiere mit einer CANON EOS M100(a). Für mich hat sich jetzt die Frage gestellt, welches wohl die günstigste ISO-Einstellung für mich ist.

ISO-Wert Belichtungszeit Kombination: Mit meiner CANON EOS M100(a) war ich leider technisch limitiert. Zumindest was die realistischen Belichtungszeiten anging. Konkret war ich auf 180s pro Einzelbild limitiert. Das hatte mich auch lange nicht gestört, solange das Guiding und das Dithering zu wünschen übrig ließen, waren die 180s vollkommen ok für mich und habe mich hier von ISO 1600 auf ISO 400 “vorgearbeitet”.

Gestern ist mir dann der technische Durchbruch gelungen, sodass ich jetzt problemlos 600s pro Einzelbild belichten kann. Da mir bei 600s bei ISO 400 ganz sicher viele Objekte auf den Einzelframes “ausbrennen” würden, stellt sich jetzt für mich die Frage, wie ich denn in Zukunft meine Bilder belichte.

Je länger desto besser?

Je länger desto besser, habe ich in der Vergangenheit häufiger gelesen und auch gehört. Zumindest im Zusammenhang mit optimiertem Signal zu Rausch Verhältnis. Solange ich mein Guiding nicht im Griff habe, werfe ich lieber mal ein paar 3 Minuten Frames weg, als am Ende mit ganzen 2 600s Frames Ausbeute ins Bett zu gehen. Aber ich gehe jetzt davon aus, dass das mit dem Guiding weiterhin gut funktioniert und ich nicht nur ein paar Glückstreffer hatte.

Mein Testaufbau bzgl. ISO-Wert Belichtungszeit Kombination

Mein Testaufbau war ziemlich rudimentär. Ich saß in meinem Dachgeschoss Studio und bastelte an meiner maximalen Belichtungszeit für meine CANON EOS in meiner EKOS Konfiguration. Irgendwann im Laufe des späten Nachmittags kam das Heureka. Da ich ohnehin schon einen kleinen Fokustest durchs geschlossene Fenster auf einen entfernten Strommast gemacht hatte, stand das Teleskop noch da.

Anfangs war es noch zu hell um längere Belichtungen durchführen zu können ohne dass das Ergebnis einfach nur weiß war. Ich ließ das Rollo herunter und belichtete gegen das “Schlitzlicht”. Spannend, dass der Strommast weiterhin zu sehen war, wenn auch leicht verschwommen. Aber für den rauschtest genau passend.

Das Bild entstand dann in der Dunkelheit mit realistischen Astrofotografie Belichtungszeiten:

ISO-Wert Belichtungszeit Kombination
ANKLICKEN zum Vergrößern! Hier ein Vergleichsbild später am Abend mit realistischen Belichtungszeiten wie sie für Deep-Sky-Objekte Verwendung finden. Man sieht von links nach rechts deutlich zunehmendes Rauschen.

Da das Zimmer mittlerweile bei der Hitze auf locker 26°C aufgeheizt war und der Sensor den ganzen Tag im Dauerbetrieb belichtet hat, sind die vielen Farbfehler auf den Bildern leicht zu erklären. Aber darauf kam es mir ja nicht an und machte folgende Belichtungsreihe:

  • ISO 100 – 600s
  • ISO 200 – 300s
  • ISO 400 – 150s
  • ISO 800 – 75s

Die Belichtungszeit von 150s bei ISO 400 entspricht in etwa dem, was ich bis heute in der Praxis angewendet habe. Das wird in Zukunft dann aber nicht mehr der Fall sein, da ich ja länger belichten kann.

Das Ergebnis und was das für mich bedeutet

Auf den Bildern sieht man sehr klar, dass das Signal-Rausch-Verhältnis mit längeren Belichtungszeiten verbessert wird und dass eine kürzere Belichtungszeit nicht durch einen höheren ISO Wert kompensiert werden kann. Insofern werde ich versuchen in Zukunft möglichst lange zu belichten und ggf. den ISO runterschrauben. Ich schätze, dass ich im Normalfall mit 400 ISO planen werde.

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